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Neonkrankheit bei Fischen und Zierfischen

Wenig Farbe, milchig weiße Stellen, verkrümmtes Rückgrad und merkwürdiges Verhalten – Bei der Neonerkrankung handelt es sich um eine facettenreiche Krankheit, die vor allem bei Salmlerarten wie dem Neontetra auftritt.

Symptome der Neonkrankheit

Benannt wurde die Neonerkrankung nach dem Neonsalmler, bei dem die Erkrankung am häufigsten beobachtet werden konnte. Unterschieden werden kann zwischen der echten und der falschen Neonerkrankung. Hinsichtlich ihrer Symptomatik ähneln sich beide Typen stark und können mit bloßem Auge kaum voneinander unterschieden werden. Die erkrankten Fische verlieren ihre Farbe und magern nach und nach ab. Am Rumpf oder entlang des Rückengewebes bilden sich milchig weiße Stellen, die bei Neons häufig durch ein rotes Band ergänzt werden. Das Rückgrad verkrümmt und die betroffenen Fische leiden unter Flossenfäule. Desweiteren zeigen die Fische ein auffälliges Verhalten: Besonders nachts schwimmen sie unruhig hin und her, sondern sich vom Schwarm ab und zeigen ein ungewöhnliches Schwimmverhalten.

Neonfische Krankheiten – Ursachen der Neonerkrankung

Bis auf ihr Krankheitsbild haben die echte und die falsche Neonkrankheit nur wenig gemeinsam. Um den Ursachen auf den Grund zu gehen, muss in erster Linie festgestellt werden, unter welcher Krankheit die betroffenen Fische tatsächlich leiden. Beide Erkrankungen werden durch grundverschiedene Ursachen hervorgerufen und müssen entsprechend getrennt voneinander betrachtet werden.

Die falsche Neonkrankheit

Bei der falschen Neonerkrankung (Nocardia) handelt es sich um eine bakterielle Infektion, bei der die Fische an Farbe verlieren und einen matten Eindruck machen. Doch nicht nur Neons verlieren Farbe – So kommt die Erkrankung nicht beim Roten Neon (Paracheirodon axelrodi), sondern vor allem bei Salmlern wie dem Neonsalmler beziehungsweise Neontetra (Paracheirodon innesi) oder dem Laubensalmler (Aphyocharax alburnus) vor. Hervorgerufen wird die Krankheit durch den Parasiten Pleistophora hyphessobryconis, der zur Gruppe der Microspora gehört. Schuld an dessen Ausbreitung sind vor allem unzureichende Hygienemaßnahmen, beispielsweise unregelmäßiger Teilwasserwechsel in zu großen Zeitintervallen. Optimal vermehren sich die Bakterien bei einer Wassertemperatur von etwa 30 Grad, weshalb die Temperatur bei der Behandlung leicht herabgesetzt werden sollte.

Die „echte“ Neonerkrankung

Bei der echten Neonerkrankung (Pleistophora hyphessobryconis) setzen sich sogenannte Sporozoen (einzellige Parasiten) in der Muskulatur der Fische und Zierfische ab. Betroffen sind vor allem Salmler, Barben und Cichliden. Beim Roten Neon tritt diese Erkrankung hingegen nicht auf, weshalb bei dieser Fischart stets von der falschen Art ausgegangen werden muss. Die Sporozoen beziehungsweise Erreger breiten sich im Blut und im Körpergewebe aus und bilden Zysten, die auch als Pansporoplasten bezeichnet werden. In den Zysten wachsen Sporen heran, die beim Platzen über die Haut an das Wasser abgegeben werden. Über das Futter werden die Sporen auch von den anderen Fischen aufgenommen, so dass es sich auch bei der echten Neonerkrankung um eine hochgradig ansteckende Krankheit handelt. Rein äußerlich ist die Erkrankung vor allem durch ein weißes Schimmern der Muskulatur zu erkennen, das sich vom Bauchraum aus ausbreitet. Grund dafür ist die Zerstörung der Muskulatur, durch die auch die Farben verblassen und der Fischkörper zunehmend milchig wirkt.

Behandlung der Neonerkrankung

Die falsche Neonkrankheit kann mit Antibiotika und Sulfonamiden erfolgreich behandelt werden. Eine erfolgreiche Behandlung setzt jedoch voraus, dass die erkrankten Fische noch nicht allzu stark infiziert sind. Sind die Infektionsherde in der Muskulatur auch mit bloßem Auge sofort zu erkennen, sind die Tiere in der Regel nicht mehr zu retten. Stark infizierte Fische sollten sofort aus dem Aquarium entfernt und mit einem Genickschnitt getötet werden. Dasselbe gilt für Fische, die unter der echten Krankheitsform leiden. Für diese gibt es keinerlei effektive Medikamente, die die erkrankten Fische noch rett. en könnten. Um eine Ansteckung beziehungsweise weitere Verbreitung der Sporen zu vermeiden, sollten nach der Entfernung der Tiere entsprechende UV-Klärer eingesetzt werden, die die Sporen abtöten. Zusammen mit einem regelmäßigen, häufigen Teilwasserwechsel, strengen Hygienemaßnahmen und einem guten Filtermaterial besteht die Möglichkeit, noch nicht infizierte Fische zu retten.

Kann man der Neonkrankheit vorbeugen?

Die Neonerkrankung ist der Alptraum eines jeden Aquarianers, da sie, je nach Form und Ausprägung, nicht heilbar oder zumindest nur sehr schwer zu behandeln ist. Die Vorbeugung sollte bereits beim Kaufverhalten beginnen, denn schon im Geschäft muss genauestens hingeschaut werden. Verhalten sich auch nur ein oder zwei Tiere im Verkaufsaquarium auffällig, sollten Sie aus diesem Aquarium keine Fische kaufen. Achten Sie vor allem darauf, ob sich einzelne oder mehrere Tier vom Schwarm absondern, farblich blass wirken oder Flossenfäule zeigen. Sprechen Sie den Händler sofort darauf an, wenn ein oder mehrere Tiere bereits sichtbar befallen sind. Vermeiden Sie es generell, Fische aus übermäßig stark besetzten Verkaufsanlagen zu erwerben, da leider nur selten auszuschließen ist, dass sich unter den Fischen bereits erkrankte Tiere befinden. Beugen Sie der Krankheit im heimischen Aquarium vor, indem Sie auf beste Hygienezustände, regelmäßigen Teilwasserwechsel in kurzen Abständen und gute Filteranlagen, denn mithilfe dieser Maßnahmen lässt sich zumindest eine Ausbreitung der für die falsche Neonerkrankung ursächlichen Bakterien einigermaßen verhindern. Absolut sicher kann dieser Erkrankung allerdings nicht vorgebeugt werden. Haben sich die Bakterien oder Parasiten einmal vermehrt, bleibt nur noch die Option der Quarantäne, bei der erkrankte Fische schnellstmöglich entfernt, behandelt oder, im Falle der Pleistophora hyphessobryconis, getötet werden.

Zusammenfassung über die Neonkrankheit

Die hochgradig ansteckende Neonerkrankung betrifft vor allem Barben, Salmler und Cichliden und kann in zwei verschiedene Krankheitsformen unterteilt werden. Die falsche Form kann medikamentös behandelt werden, allerdings steht es um den Heilungserfolg schlecht, wenn die erkrankten Fische bereits deutlich Symptome zeigen und stark infiziert sind. Gegen die echte Neonerkrankung gibt es kein wirksames Mittel, weshalb die Fische aus dem Aquarium entfernt und getötet werden müssen. Auch bereits tote Fische müssen sofort entfernt werden, da sie sonst von den noch gesunden Tieren angeknabbert werden können. Generell gilt: Die Neonerkrankung lässt sich nur schwer behandeln. Nimmt sie überhand, müssen alle Fische entfernt und das Aquarium sterilisiert werden.